Wenn dir unser Website-Check unter «Bildformate» etwas wie «8× JPG, 7× PNG» gemeldet hat, dann liegt hier meist die grösste einzelne Verbesserung deiner Ladezeit. Und sie ist eine der wenigen, die man an einem Nachmittag erledigt.
Warum es sich lohnt
Bei gleicher Bildqualität ist eine WebP-Datei rund 25 bis 35 Prozent kleiner als dieselbe Aufnahme als JPG. AVIF liegt nochmals etwa 20 bis 30 Prozent darunter, also gut die Hälfte des ursprünglichen JPG. Das ist kein Rechentrick, sondern besser gebaute Kompression.
Spürbar wird das im Mobilnetz. Eine Startseite mit zwölf Fotos und 3 Megabyte Bildgewicht lädt im Zug spürbar langsamer als dieselbe Seite mit 1,2 Megabyte. Und Google misst die Ladezeit bewusst unter schlechten Bedingungen, weil die Kundschaft ebenfalls nicht immer im WLAN sitzt.
Können das alle Browser?
Ja. WebP wird von über 97 Prozent aller Browser angezeigt, Safari kann es seit Version 14 aus dem Jahr 2020. Bei AVIF sind es rund 94 Prozent, Safari seit Version 16.4 vom März 2023.
Praktisch heisst das: WebP kannst du bedenkenlos überall einsetzen. AVIF lohnt sich für grosse Fotos, aber lass dort eine WebP-Fassung als Rückfallebene stehen. Die meisten Systeme machen das von selbst.
Umwandeln ohne Programm zu installieren
Squoosh läuft direkt im Browser, ist gratis und schickt deine Bilder nirgendwohin, alles bleibt auf deinem Rechner. Bild hineinziehen, rechts als Format WebP wählen, Qualität auf 80 stellen, herunterladen. Du siehst dabei links das Original und rechts das Ergebnis nebeneinander.
Qualität 80 ist der Wert, mit dem du nichts falsch machst. Darunter wird es bei Flächen und weichen Übergängen sichtbar, darüber wird die Datei unnötig gross. Wandle immer vom Originalbild um, nie von einem schon stark komprimierten JPG, sonst summieren sich die Verluste.
Für viele Bilder auf einmal eignen sich XnConvert (Windows, macOS, Linux, gratis) oder das eingebaute Vorschau-Programm von macOS über «Ablage, Exportieren».
WordPress
WordPress nimmt WebP-Dateien seit Version 5.8 direkt entgegen. Du kannst sie also einfach hochladen wie ein JPG. Für die bereits vorhandenen Bilder brauchst du eine Erweiterung, die im Hintergrund umwandelt und die passende Fassung ausliefert. Verbreitet und bewährt sind «Converter for Media», «ShortPixel» und «Imagify».
Zwei Dinge, die dabei oft schiefgehen:
- Vorher eine Sicherungskopie machen. Diese Erweiterungen fassen deine Mediathek an. Das geht fast immer gut, aber «fast immer» ist beim eigenen Bildarchiv zu wenig.
- Die Originale behalten. Alle genannten Erweiterungen bieten das an. Wenn du später ein Bild neu zuschneiden willst, brauchst du das Original.
Wix und Squarespace: hier musst du nichts tun
Beide Baukästen wandeln hochgeladene Fotos automatisch um und liefern WebP aus, sobald der Browser es unterstützt. Auch dann, wenn die Adresse noch auf .jpg endet. Das Umwandeln von Hand bringt dir dort gar nichts.
Sinnvoll ist stattdessen, die Bilder vor dem Hochladen auf eine vernünftige Grösse zu bringen. Ein Foto direkt aus der Kamera hat oft 4000 Pixel Breite. Für eine Website reichen 1600 bis 2000 Pixel für ein grosses Titelbild und 800 bis 1200 für alles andere. Der Baukasten rechnet zwar herunter, aber ein kleineres Original spart trotzdem Ladezeit.
Wenn unser Check bei einer Wix- oder Squarespace-Seite trotzdem JPG oder PNG meldet, steckt meist eines von zwei Dingen dahinter: ein PNG mit Transparenz, das absichtlich so bleibt, oder ein Bild, das nicht über die Mediathek eingebunden wurde, sondern von einem fremden Server kommt.
Wann PNG die richtige Wahl bleibt
Nicht jedes Bild gehört in WebP. Für Logos, Symbole und einfache Grafiken ist SVG die bessere Wahl: Es bleibt bei jeder Grösse scharf und wiegt meist nur ein paar Kilobyte. Und wo du echte Transparenz brauchst, ist ein sauberes PNG kein Mangel, sondern die passende Entscheidung.
Unser Check zählt SVG deshalb zu den modernen Formaten und wirft es dir nicht vor.
So prüfst du, ob es geklappt hat
Lass deine Seite noch einmal durch den Website-Check laufen. Unter «Bilder» steht danach die Aufstellung je Format, etwa «14× WebP, 2× SVG», und darunter das Gesamtgewicht. Vergleiche es mit dem Wert von vorher, den Unterschied siehst du sofort.
Wichtig dabei: Wir lesen den Dateityp, den dein Server tatsächlich ausliefert, nicht die Dateiendung. Eine Datei, die .jpg heisst und WebP enthält, zählen wir korrekt als WebP.
Wenn du es lieber gemeinsam machst
Genau solche Handgriffe gehen wir im Workshop an deiner eigenen Seite durch, mit deinen Bildern und deinem System. Danach weisst du, wie du es beim nächsten Mal selbst machst.
Quellen
- Google zu WebP, Angaben zur Ersparnis gegenüber JPG.
- caniuse.com, Browser-Unterstützung für WebP und AVIF, Stand 2026.
- Squoosh, Umwandeln im Browser, von Google.
